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Der Tod |
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Was nun seinen Charakter angeht: Ich persönlich ziehe es vor, ihn als Zyniker zu sehen, einen etwas überheblichen, sturköpfigen Nörgler, sehr greifbar, manchmal kindisch, manchmal lächerlich. Der Tod, den ich hier zeige, ist keine epische, tiefgründige Gestalt. Er erinnert eher an einen etwas zu sehr von sich und der ihm übertragenen Macht eingenommenen Hitzkopf. Ich habe ein Faible für schwierige Mimiken. Der Tod kann sich lediglich mit der Form seiner Augen (inklusive Augenbrauen), sowie der Kapuze seiner Kutte Ausdruck verschaffen. Laut allererster Enwürfe hätte er nichtmal die besessen, sondern seine Emotionen NUR mit der Kapuze ausgedrückt - ich habe mich letztendlich aber zu der großzügigen Ausarbeitung (mit Augen) entschlossen. Sein Gesicht wird man nie zu sehen bekommen, weil er in dieser Erscheinung keines hat. Er trägt keine Kutte über seinem eigentlichen Körper, sondern er ist seine Erscheinung. Inklusive Kutte und Kapuze. Da gibt es nichts auszuziehen, dies ist alles er selbst. Eine Schlüsselszene in Teil 2 des Comics unterstreicht dies auch.
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Das Mädchen |
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Das einzige, was von Anbeginn an klar war: Sie sollte keine geschnitzte Schönheit werden. Ich persönlich empfinde das Mädchen zwar als alles andere als hässlich, aber das ist mein persönlicher Geschmack. Sie sollte jedenfalls nicht dem allgemeinen Medienschönheitsideal entsprechen, also kein dürrer Geh-Faden mit Riesentitten, sondern ein Durchschnittstyp sein. Interessanterweise hatte ich mir ihren Charakter ein wenig anders vorgestellt
- nicht so cholerisch (diese Eigenschaft hätte nur der Tod besitzen
sollen), eher süffisant-distanziert. Andererseits wäre dieses
Konzept vermutlich nicht aufgegangen, da den beiden dann die Basis ihrer
Streitereien abhanden gekommen wäre. Ihre Haare sind gefärbt. Die grünen Augen sind hingegen echt.
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Der kleine Tod |
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Es gibt andererseits auch Quellen, die den Schlaf darin sehen (welcher in der Regel aber als Bruder des Todes bezeichnet wird, deshalb scheidet diese Deutung hier aus), oder aber jegliche Situation, in welcher man inwendig einen "kleinen Tod" stirbt, sei es nur aus Angst, Liebe, Verzweiflung, Entsetzen o.ä. Gerade letztere Erweiterung des Begriffes finde ich sehr interessant.
Wenn man in sich selbst hineinhört, wird man rückblickend an
diverse Erlebnisse denken, von denen man persönlich behaupten kann,
einen kleinen Tod gestorben zu sein. Und also habe ich auch meinem kleinen Tod (siehe
rechts) ein größeres Aufgabenfeld gegeben, als den bloßen
Endpunkt, der aus der Stimulation errogener Zonen resultiert. | ||||
Die Zeit | ||||
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Die Zeit ist das einzige Mitglied des Schicksalsrates, das sich nicht nur außerhalb des Schicksals bewegt, sondern auch eine nähere Beziehung zum Tod pflegt. Als wohlmeinender Freund und Mentor achtet die Zeit immer wieder mal darauf, dass der Tod nicht allzu viel Unsinn anstellt. Dass ich die Zeit als männlich gelesen darstelle, soll unterstreichen, dass keine meiner Allegorien ein Geschlecht hat, da sie alle keine realen Körper besitzen. Außerdem ist dies auch ein rein sprachliches Phänomen, in den meisten europäischen Ländern stellt man sich "Zeit" eher als einen Mann fortgeschrittenen Alters vor und ist das grammatische Geschlecht dementsprechend auch maskulin.
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Der Rat des Schicksals | ||||
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Universelle Naturgesetze |
Vorsehung |
Zufall |
Erkenntnis |
Kausalität |
Die Mitglieder des Schicksalsrates haben alle eine bestimmte Funktion, auf die aber erst am Ende des zweiten Teils von T&M, ab Kapitel 8, Seite 142 eingegangen wird. Wer die Geschichte noch nicht so weit gelesen hat und sich keine Spoiler einfangen will, sollten den Bereich unterhalb der obigen Bilder NICHT markieren, denn dort werden die Namen der Ratsmitglieder aufgedeckt.
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Sissi (aka Nemesis) | ||||
Die Tatsache, dass sie nach einigen Fehlschlägen von der Vorsehungsabteilung in den Bereich der Erkenntnis versetzt wurde, erklärt, wie sich ihr Charakter entwickelte, wuchs und ausgeglichener wurde. Rache um der Rache selbst willen ist instabiler, als Vergeltung, die auf Einsicht basiert.
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Der namenlose Typ hier ... (inoffiziell "Schenkelklopfer" genannt) | ||||
Da sich derlei Situationen bei mir regelmäßig wiederholen, kam auch immer wieder der Gedanke an diese Figur hoch. Ich hatte keinen wirklichen Namen für ihn, nannte ihn "Schenkelklopfer", aufgrund seiner Schadenfreude, aber je öfter ich über ihn nachdachte, umso klarere Züge nahm er an. Umso mehr, als ich damit ja nicht alleine war. So gut wie alle Kulturen weltweit haben in ihrem Pantheon mindestens einen Gott oder Dämon, der gerne Schabernack treibt. Ob es Hermes ist, Loki, Coyote oder Anansi, der Archetyp des "Tricksters" ist omnipräsent. Die Idee, die Figur in mein Comic einzuarbeiten, kam relativ spät auf, obwohl er älter als alle anderen Figuren ist. Nachdem ich aber schon mal das Schicksal integriert hatte, lag die Idee nicht ferne, auch meinem verhassten Schenkelklopfer eine Rolle zu geben. Hier ist er, was er von Anfang an war: ein Sachbearbeiter im Innendienst. Er ist selbst keiner von den vorhin genannten Göttern, er ist vielmehr der auslösende Faktor dafür, dass die Menschen diese Trickster-Figuren entworfen haben. So wie es bei mir selbst der Fall gewesen war. Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich ihm einen offiziellen Namen geben soll, aber die Innendienstmitarbeiter des Schicksals in meinem Comic haben allesamt keine Namen, und irgendwie finde ich es befriedigender, ihn, der die Menschheit so lange getriezt hat, bis sie ihn in ihre Mythen integrierte, namenlos zu lassen. |
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